Zusammenfassung
Die Geodäsie in Bonn blickt auf eine 150-jährige bewegte Geschichte zurück. Mit dem Sommersemester 1876 bot die Landwirtschaftliche Akademie in Bonn-Poppelsdorf den preußischen Feldmessern die Möglichkeit, ihre Ausbildung umfassend zu erweitern.
In diesem Beitrag wird die Entwicklung von 1876 bis heute dargestellt. Wesentliche Zeitmarken dieser Entwicklung waren nach dem Beginn im Jahr 1876:
– 1882 die Einführung eines viersemestrigen Studiums für die Ausbildung der öffentlich anzustellenden Landmesser.
– 1919 Umwandlung in die Poppelsdorfer Landwirtschaftliche Hochschule und die spätere Eingliederung in die Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn als eigene Fakultät (1934).
– Wachstum des Hochschulbereiches in der Bundesrepublik ab Mitte des 20. Jahrhunderts mit Ausbau des geodätischen Studienganges.
– Wettbewerb der Hochschulen ab Mitte der 1990er Jahre mit Einführung der gestuften Studiengänge (Bologna-Prozess) und nachfolgender Neuorientierung der Forschung sowie dem Aufbau weiterer, internationaler Studiengänge.
Das heutige Institut für Geodäsie und Geoinformation (IGG) der Universität Bonn ist durch seine nachgewiesene Stärke in der Forschung profilgebend für die Universität Bonn. Die aktuelle Forschung ist in allen Studiengängen des Instituts ein wichtiger Baustein, aber auch die Praxisnähe in der Ausbildung der Geodätinnen und Geodäten spiegelt sich im aktuellen Lehrportfolio durch Kooperationen mit Praxispartnern wie Verwaltungen, Vermessungsbüros und Unternehmen wider. Dies bietet eine gute Basis sowohl für die Ausbildung zukünftiger Studierender als auch das Bestehen im universitären Wettbewerb.
Zusammenfassung
Die Flurneuordnung ist ein geeignetes Instrument, um den ländlichen Raum bei der Anpassung an die Klimafolgen zu unterstützen. In einem Verfahren sind sämtliche privaten und öffentlichen Landeigentümer Teilnehmer. Die Teilnehmenden wirken aktiv im Verfahren mit und können Maßnahmen anregen. Die Flurneuordnung unterstützt und fördert die Umsetzung in Zusammenarbeit mit den Teilnehmenden. Das Ergebnis sind verbesserte landwirtschaftliche Strukturen, ökologische Aufwertungen und eine gestärkte Biodiversität. Der Beitrag stellt die neuen Klimaverfahren in Baden-Württemberg vor und beschreibt Ansatz, Vorgehen und Wirkungen im Überblick.
Siehe auch zfv 3/2026, Helfert
Zusammenfassung
Mit dem Einwandern des Bibers in Baden-Württemberg kommt es in der intensiv genutzten Kulturlandschaft zu regelmäßigen Konflikten zwischen Bibern, Eigentümern und Landwirten. In einem Flurbereinigungsverfahren am Tobelbach bei Oberwachingen, Gemeinde Uttenweiler, Landkreis Biberach, wurde dieser Konflikt nachhaltig gelöst, und es wurden darüber hinaus vielfältige naturschutzfachliche und wasserwirtschaftliche Ziele erreicht. Am Tobelbach entstand eine naturnahe Schwammlandschaft, die Mensch und Biber gleichermaßen nützt, die resilienter gegenüber Folgen des Klimawandels ist und die die umliegende Kulturlandschaft schützt.
Siehe auch zfv 3/2026, Muhler
Zusammenfassung
Die Energiewende in Deutschland verfolgt das Ziel, eine nachhaltige und klimaverträgliche Energieversorgung zu gewährleisten. Dazu sollen die CO₂-Emissionen deutlich reduziert und die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern verringert werden. Mit dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) wurde im Jahr 2023 die wohl weitreichendste energiepolitische Novelle seit Jahrzehnten verabschiedet. Einen zentralen Baustein bildet das Windenergieflächenbedarfsgesetz (WindBG), das konkrete Ausbauziele für die Windenergienutzung festlegt: Bis Ende 2027 sollen die Bundesländer 1,4 % der Landesfläche für die Windenergie an Land ausweisen, bis Ende 2032 sogar 2 %. Die Flächenausweisung erfolgt im Rahmen der Regional- und Bauleitplanung. Die Umsetzung dieser Ziele ist jedoch mit raumplanerischen Herausforderungen verbunden. Es stellt sich die Frage, welche rechtlichen und praktischen Konsequenzen sich ergeben, wenn die festgelegten Flächenziele nicht erreicht werden. Zudem wird diskutiert, inwiefern eine integrierte, flächenbezogene Steuerung von Windenergie und Photovoltaik sinnvoll sein könnte, um regionale Unterschiede besser zu berücksichtigen, Synergien zu nutzen und die Flächennutzung insgesamt effizienter zu gestalten.
Zusammenfassung
Der Artikel stellt eine Systematik zur Ermittlung des Verkehrswerts von Solarenergieflächen auf Grundlage der kapitalisierten Nutzungsentgelte vor. Hierzu wird zunächst ein Überblick über den Flächenbedarf, die planerische Steuerung, die Förderpolitik und die zur Verfügung stehenden Flächen gegeben. Bezüglich der Wertermittlung wird grundsätzlich unterschieden zwischen bereits bestehenden Standortflächen und möglichen Gebieten mit zukünftiger Nutzung. Die tatsächliche oder mögliche Nutzung der Solarenergie wird als besonderes objektspezifisches Grundstücksmerkmal im Sinne der Immobilienwertermittlungsverordnung betrachtet und über die Kapitalisierung der Nutzungsentgelte quantifiziert. Im Fall einer zukünftigen Nutzung ist zudem die Wartezeit angemessen zu schätzen und über eine Diskontierung zu berücksichtigen.
Siehe auch zfv 6/2025, Thiemann/Hendricks
Siehe auch zfv 2/2026, Thiemann/Hendricks
Zusammenfassung
Neben dem etablierten Satellitenpositionierungsdienst der deutschen Landesvermessung (SAPOS) existieren auch weitere Positionierungsdienste. Durch die Arbeitsgemeinschaft der Vermessungsverwaltungen der Länder der Bundesrepublik Deutschland (AdV) wird seit 2025 ein PPP-RTK-Dienst angeboten.
In den Bundesländern Berlin und Brandenburg wurden in Feldtests Vergleiche zwischen SAPOS HEPS und dem PPP-RTK-Dienst der AdV durchgeführt. Es wurden zwei unterschiedliche Ansätze im Aufbau der Tests verwendet. Die Nutzung einer Feldausrüstung, die aktuell auch im vermessungstechnischen Außendienst für GNSS-Messungen eingesetzt wird, stand dabei im Mittelpunkt.
Ziel war es, die mit PPP-RTK-Messungen erreichten Ergebnisse mit denen aus SAPOS-Messungen zu vergleichen. Bis auf wenige Ausnahmen liegen die PPP-RTK-Messungen im gleichen Genauigkeitsbereich, der für SAPOS HEPS angegeben wird.
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