Zusammenfassung
München ist in diesem Jahr zum neunten Mal Gastgeber des alljährlichen Spitzentreffens deutscher und internationaler Geodäten, Geoinformatiker und Landmanager: Es geht um die INTERGEO 2026. Das gibt Gelegenheit, auf ein ganz besonderes Juwel in der Reihe Münchner Kongresse zurückzublicken: auf den 60. Deutschen Geodätentag (DGT), der exakt vor 50 Jahren im alten Messegelände veranstaltet und noch weitgehend von den lokalen Geodäten selbst organisiert wurde. Im Beitrag eines damaligen Akteurs wird gezeigt, welche fachlichen Impulse von diesem hochkarätigen Kongress hinsichtlich Weiterentwicklung der Geodäsie in Richtung Land- und Geoinformation ausgegangen sind und welche unvergesslichen Mahnungen und Ahnungen der prominente Festredner und seinerzeit wohl berühmteste deutsche Wissenschaftler Carl Friedrich von Weizsäcker hinterließ.
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Der Digitale Zwilling ist das digitale Herzstück der Zukunftsstadt München und die digitale Infrastruktur der klimaneutralen Stadt. Das Abbild der Stadt unterstützt bei den Herausforderungen, die sich aus dem urbanen Bevölkerungswachstum, dem Klimawandel und der Notwendigkeit ergeben, nachhaltig und widerstandsfähig zu werden mit dem Ziel, die Lebensqualität der Bürger:innen zu erhalten und zu verbessern. Mit dem kooperativen, fachbereichsübergreifenden Ansatz werden Geodaten, umfangreiche Fachdatensätze und weitere Inhalte in eine standardisierte und interoperable städtische Dateninfrastruktur integriert. Damit entsteht ein kollaborativer Ansatz, der in seiner Zielsetzung klar fokussiert ist auf die Herausforderungen und Anwendungsfälle der Stadtverwaltung. Damit wird effizientes Handeln verbessert und es entstehen Innovationsräume, um neue Wege in der Entscheidungsfindung der Politik und insbesondere mit den Bürger:innen beschreiten zu können.
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Vor dem Hintergrund der fortschreitenden Urbanisierung und des Klimawandels sind Städte und Gemeinden zunehmend von extremen Wetterereignissen wie etwa Starkregen und Hitzewellen betroffen. Ein wirksames Instrument zur Klimaanpassung in Städten ist die Ausstattung des Siedlungsraums mit Grünflächen und Stadtbäumen. Dieser Artikel stellt relevante Datenquellen der Fernerkundung und daraus abgeleitete Informationsprodukte zur Kartierung von Stadtgrün und Stadtbäumen exemplarisch vor und beleuchtet deren verschiedene Eigenschaften. Dabei werden die Möglichkeiten der Landbedeckungsklassifikation auf Basis von Satellitendaten und Orthofotos aufgezeigt sowie weiterführende thematische Produkte wie die Kartierung von Einzelbäumen oder die Bestimmung der Baumkronenüberschirmung vorgestellt. Dies ermöglicht es Experten, Anwenderinnen und politischen Entscheidungsträgerinnen, die für ihre spezifischen Anforderungen am besten geeignete Datenquelle zu identifizieren und Daten- bzw. Informationslücken zu schließen.
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Der Flughafen München ist mit 43,4 Millionen (Stand 2025) Passagieren Deutschlands zweitgrößter Verkehrsflughafen. Mit seinen Gebäuden und Flächen gleicht er einer kleinen Stadt. Entsprechend hat die Flughafen München GmbH auch aus Sicht der Geodaten die Aufgaben einer kleinen Stadt zu erfüllen: Hierzu zählen die Einhaltung von Bauvorgaben, das Führen eines Leitungskatasters und natürlich die Aufgaben zur sicheren Abfertigung des Luftverkehrs. Am Beispiel des in diesem Jahr eröffneten Terminal 1-Piers zeigt die Abteilung Datenmanagement & Geoinformation die Wichtigkeit hochwertiger, raumbezogener Information.
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Die Sozialgerechte Bodennutzung (SoBoN) prägt seit 1994 die Bodenpolitik der Landeshauptstadt München und verbindet städtebauliche Entwicklung mit sozialer Ausgewogenheit. Seit Mitte der 1990er Jahre ergänzt München dieses Modell durch die einvernehmliche gesetzliche Umlegung, welche die hoheitliche Bodenordnung nach §§ 45 ff. BauGB mit konsensualen Vereinbarungen zwischen Stadt und Eigentümer*innen verbindet. Kernelemente sind städtebauliche Verträge, Einverständniserklärungen zum Umlegungsplan sowie ergänzende Eigentümervereinbarungen. Kennzeichnend für den »Münchner Weg« ist die enge Verzahnung von Bebauungsplanverfahren, städtebaulichem Vertrag und Umlegung mit dem Ziel, Verfahren zu beschleunigen, hohe Rechtssicherheit zu gewährleisten und zugleich flexible Lösungen zu ermöglichen.
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Unsere gebaute und natürliche Umwelt wird durch räumliche Planungsverfahren auf unterschiedlichen Verwaltungsebenen und in verschiedenen Fachdisziplinen gestaltet und weiterentwickelt. Gleichzeitig sind Planungsverfahren durch teils widersprüchliche fachliche Anforderungen sowie Forderungen hinsichtlich mehr Informationstransparenz, Öffentlichkeitsbeteiligung und behördliche Abstimmung in den letzten Jahrzehnten deutlich komplexer geworden. Deshalb gibt es seit Jahren Diskussionen darüber, wie die Prozesse dennoch vereinfacht und beschleunigt werden können. Um Austausch, Kommunikation und Effizienz zu verbessern, hat der Freistaat Bayern die digitale Plattform DiPlanung eingeführt. Sie ermöglicht die medienbruchfreie Durchführung von Planungs- und Beteiligungsverfahren unter Einbeziehung von Geodiensten und dem Standard XPlanung.
Der Beitrag stellt den Aufbau sowie technische und rechtliche Grundlagen der Plattform vor und zeigt, wie DiPlanung die digitale Bauleitplanung in der Praxis unterstützt.
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Der ländliche Raum in Bayern umfasst 90 % der Fläche und beherbergt 56 % der Bevölkerung. Unterschiedliche Rahmenbedingungen und Angebote in den Bereichen Infrastruktur, Wohnen und Kultur führen dazu, dass städtisch geprägte Gebiete häufig als attraktiver wahrgenommen werden. Die Bayerische Verwaltung für Ländliche Entwicklung stellt ein breites Portfolio an Instrumenten bereit, um diesem Trend entgegenzuwirken. Das Aktionsprogramm Schwammregionen fördert dezentrale Wasserrückhaltemaßnahmen, um den Folgen von Starkregen und Trockenheit zu begegnen. Digitale Beteiligungs-Tools ermöglichen eine niedrigschwellige Bürgerbeteiligung und reduzieren den Aufwand für Verwaltungen. Interkommunales Flächenmanagement schafft attraktive Angebote für Bürgerinnen und Bürger und spart durch gemeinsame Planung zugleich Ressourcen.
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Freiflächen-Photovoltaikanlagen (FF-PVA), d.h. Solarparks zur ausschließlichen Stromerzeugung, können sowohl als privilegierte Vorhaben in den 200 m-Korridoren entlang der Autobahnen und mehrgleisigen überregionalen Schienenwege als auch im gesamten Raum auf der Grundlage eines Bebauungsplans errichtet und betrieben werden. Aufbauend auf den Beiträgen »Grundsätzliche Aspekte zur Bewertung und Zuteilung von Solarenergieflächen in Flurbereinigungsverfahren und offene Fragen« (Thiemann und Hendricks 2025) sowie »Ermittlung des Verkehrswerts von Solarenergieflächen in der Agrarlandschaft« (Hendricks und Thiemann 2026) werden im Folgenden praxisbezogene Aspekte zum Umgang mit Grundstücken für FF-PVA in der ländlichen Bodenordnung behandelt. Für die Agri-Photovoltaik (Agri-PVA), d.h. die Kombination von landwirtschaftlicher Produktion und Solarstromerzeugung auf derselben Fläche, kann auf die bereits erschienene Analyse zur »Bewertung und Zuteilung von Agri-Photovoltaik-Flächen in Flurbereinigungsverfahren« verwiesen werden (Thiemann und Hendricks 2026). Somit schließt der nun vorliegende Beitrag die Artikelserie zur Handhabung von Solarenergieflächen in Verfahren nach dem Flurbereinigungsgesetz (FlurbG) ab.
Siehe auch zfv 6/2025, Thiemann/Hendricks
Siehe auch zfv 2/2026, Thiemann/Hendricks
Siehe auch zfv 3/2026, Hendricks/Thiemann
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Der Artikel befasst sich mit der systematischen, Gemeinde übergreifenden Auswertung von Bebauungsplänen, die aufgrund heterogener Formate und fehlender Digitalisierung bisher erschwert ist. Ziel der im Rahmen des Projektes »GreenDIA« entwickelten Arbeit ist die KI-gestützte Extraktion textlicher Informationen aus bayerischen Bebauungsplänen zur Erzeugung strukturierter, maschinenlesbarer Daten. Die Methodik kombiniert Webscraping zur Dokumentenerfassung, optische Zeichenerkennung (OCR) zur Textextraktion und große Sprachmodelle (LLMs) zur inhaltlichen Analyse. Inhaltlich fokussiert sich die automatisierte Extraktion auf klar definierte planungsrechtliche Festsetzungen zu den Themen Klimaanpassung, Flächenverbrauch und Hochwasserschutz. Zur Qualitätssicherung und systematischen LLM-Validierung wurde ein von menschlichen Annotator:innen erstellter Goldstandard-Datensatz entwickelt. Dieser Benchmarking-Datensatz dient dazu, die Leistung verschiedener Modell- und Pipeline-Kombinationen hinsichtlich ihrer Fehlerquoten zu messen und Prompts empirisch zu optimieren. Als zentrales Ergebnis der Arbeit entstanden vier Datensätze, darunter ein Metadatensatz öffentlich zugänglicher Pläne in Bayern sowie eine stratifizierte Stichprobe nach Region, Alter und Dokumentenlänge. Die extrahierten Zielinformationen und räumlichen Daten werden anschließend auf einem interaktiven Web-Portal als durchsuchbare Bayern-Karte visualisiert. Als Limitationen der Studie werden unter anderem Herausforderungen bei der Georeferenzierung sowie die fehleranfällige Informationsextraktion bei älteren und stark verdichteten Plänen benannt. Abschließend skizziert der Beitrag konkrete Anwendungsfälle der generierten Datenbasis für das kommunale Monitoring, die Infrastrukturplanung und die empirische Raumforschung.
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Four questions to …: Interviews mit den Sponsoren der INTERGEO
– Jürgen Schomakers (CEO, Esri Deutschland GmbH)
– Henning Sandfort (President at Hexagon’s Geosystems division and CEO of Leica Geosystems)
– Boris Skopljak (Vice President Geospatial Sector, Trimble)
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