Editorial | Die Geodäsie wird oft als Dienstleister oder Service-Disziplin bezeichnet, was bisweilen sogar leicht despektierlich klingt. Tatsächlich liefern wir nicht nur sehr gute Messungen, sondern zugehörige essenzielle Qualitätsmaße, um diese bewerten zu können und auch für andere korrekt nutzbar zu machen. Und das ist nicht alles: In vielen Fällen erfolgt die Verwertung und Interpretation der Daten durch Geodäten selbst, durchaus auch in interdisziplinärer Kooperation. Dabei werden oft innovative Strategien entwickelt und neue Anwendungsszenarien eröffnet. Ein gutes Beispiel ist die Nutzung geodätischer Daten, etwa um klimabedingte Änderungen zu erfassen und zu verstehen oder sogar einen Schritt weiter, um gezielte Anpassungsmaßnahmen zu entwickeln und auch umzusetzen. Ohne relevante Geodaten und geodätische Expertise wäre vieles überhaupt nicht möglich. Daher ist es nicht überheblich zu sagen, dass die Geodäsie den »missing link« für etliche An­wendungen liefert.