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Die neue Immobilienwertermittlungsverordnung (ImmoWertV 2021) – ein Paradigmenwechsel?

Dieser Beitrag ist in der zfv 2/2022 erschienen.

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Die neue Immobilienwertermittlungsverordnung als bundesweiter Standard der Verkehrswertermittlung von Grundstücken trat am 1. Januar 2022 in Kraft; sie wird jedoch derzeit weiterhin kontrovers diskutiert und die Konsequenzen werden ausgelotet. Dabei wird es mancherorts als Paradigmenwechsel empfunden, dass eine generelle Verpflichtung zur Anwendung der nunmehr durch die neue ImmoWertV festgelegten Modelle geschaffen worden sei. Diese neue Verpflichtung besteht aber zunächst nur für die Gutachterausschüsse bei der Ermittlung der für die Wertermittlung erforderlichen Daten. Die durch die Verordnung festgelegte Prüfung der Eignung der heranzuziehenden Daten (§ 9) betrifft dagegen alle Sachverständigen bei konkreten Wertermittlungen. Dabei bindet die Verpflichtung zur Einhaltung der »Modellkonformität« die Sachverständigen an das Modell der Institution, welche die Daten bereitgestellt hat. Für die Gutachterausschüsse besteht daher die Verpflichtung, ihre Modelle und Methoden zu beschreiben. Eine explizite Präferenz der Daten der Gutachterausschüsse besteht, wie bisher, nicht.
Der Beitrag thematisiert insbesondere die Modellkonformität, die Eignung der Daten und die damit verbundenen Auswirkungen auf die Ermittlung der erforderlichen Daten durch die Gutachterausschüsse. Dabei wird hervorgehoben, dass die konsequente Modell- und Methodentransparenz zwingend erforderlich ist.

The new Real Estate Valuation Ordinance, as the nationwide standard for determining the market value of real estate, came into force on 1 January 2022; however, it is currently still the subject of controversial discussion and the consequences are being worked out. In this context, it is sometimes perceived as a paradigm shift that a general obligation has been created to apply the models now established by the new ImmoWertV. Actually, this new obligation initially only applies to the governmental expert committees for real estate valuation when determining the data required for the valuation. However, the examination of the suitability of the data to be used (§ 9), which is now stipulated by the Ordinance, initially concerns each appraiser in concrete valuations. The obligation to comply with »model conformity« binds the appraisers to the model of the institution that provided the data. The governmental valuation committees are therefore obliged to describe their models and methods. As before, there is no explicit preference for the data of the valuation committees.
The article addresses in particular the conformity of the models, the suitability of the data and the associated effects on the determination of the required data by the expert committees. It is emphasised that consistent model and method transparency is imperative.

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DOI: 
10.12902/zfv-0385-2021

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