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Begründung von Leitungsrechten für den Stromnetzausbau – Kann Deutschland von Schweden lernen?

Dieser Beitrag ist in der zfv 4/2012 erschienen.

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Zusammenfassung: 

Der Anteil erneuerbarer Energien am deutschen Stromverbrauch soll bis zum Jahr 2050 auf 80% erhöht werden. Vor allem die Produktion von Windenergie ist jedoch sehr ortsabhängig und somit liegen zwischen den Regionen Norddeutschlands mit Energieüberschuss und den Regionen Süddeutschlands mit großer Energienachfrage große Distanzen. Daraus ergibt sich ein notwendiger Ausbau des Höchstspannungsnetzes, der bis 2020 auf ca. 4.500 km zu beziffern ist. Die Planung und Genehmigung der Leitungstrassen erfolgt in vier Schritten unter Mitwirkung der Bevölkerung.
Die Begründung der notwendigen Leitungsrechte und die Sicherung der Maststandorte erfolgt, wenn möglich, im Zuge von Verhandlungen. Erst wenn diese nicht zum Erfolg führen, ist der Weg zur Enteignung offen. Erste Erfahrungen zeigen allerdings, dass auf diesem Wege der ambitionierte Zeitplan des Netzausbaus nicht eingehalten werden kann. In Schweden wurde das vergleichbare Problem innerhalb sogenannter »Katasterverfahren« gelöst. Diese ähneln strukturell der in Deutschland bekannten Unternehmensflurbereinigung. Unter der bestehenden Rechtslage ist dieses Verfahren für den Ausbau des Höchstspannungsnetzes allerdings nicht anwendbar. Es wäre aber denkbar, die Anwendbarkeit durch eine spezialgesetzliche Regelung zu ermöglichen, um die bodenordnerischen Probleme effizienter und damit schneller zu lösen.

Zusammenfassung: 

The percentage of renewable energies at the German power consumption shall increase up to 80% in 2050. However, especially the production of wind energy is very attached to a certain location and for this reason big distances exist between the locations of energy production (Northern Germany) and the locations of the main energy consumers (Southern Germany). Accordingly, a necessary extension of the high voltage power grid results in an order of 4,500 km until 2020. The planning and approval of the power lines is executed in four steps with an extensive participation of the population.
If possible, the establishment of the necessary utility easements and the securing of the mast positions are realized by negotiations. There is only green light for an expropriation if the negotiations do not lead to success. But first experiences show clearly, that the ambitious extension of the electricity grid can not be reached in this way. In Sweden, the similar problem was solved by means of »Cadastral procedures«. They structurally resemble the German »Land consolidation due to infrastructure projects«. However, according to the current legal situation this proceeding is not applicable for the extension of the high voltage power grid. On the other hand, the application may be reached by a special legal norm to solve the problems of land regulation in a faster and more efficient way.

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