Startseite | zfv | Zu den möglichen Auswirkungen des Freihandelsabkommens CETA auf das Landmanagement und die Bodenpolitik in der Bundesrepublik Deutschland

Zu den möglichen Auswirkungen des Freihandelsabkommens CETA auf das Landmanagement und die Bodenpolitik in der Bundesrepublik Deutschland

Dieser Beitrag ist in der zfv 2/2018 erschienen.

Zusammenfassung / Summary / kostenfreier PDF-Download
Zusammenfassung: 

Der Themenkomplex »Investitionsrecht, Landmanagement und Bodenpolitik« ist der blinde Fleck in der kontroversen aktuellen Diskussion um Großprojekte wie die Freihandelsabkommen der EU mit Kanada (CETA), aber unter anderem auch diejenigen mit Vietnam und Singapur, die derzeit in Aushandlung stehen. CETA betrifft auch die Übertragung von nationalen Hoheitsrechten. Dabei befinden sich Grundstücke, Rohstoffe und Infrastrukturanlagen als unbewegliche Vermögensgüter (»immovable assets«) seit jeher im Fokus des Investitionsinteresses, werden aber eigenartigerweise bislang nicht hinreichend im Hinblick auf aktuell diskutierte und verhandelte Freihandelsabkommen gewürdigt. CETA könnte direkte und indirekte Auswirkungen auf die Grundstücks- und Immobilienmärkte, auf die gebaute Umwelt, die Vergabeverfahren und mithin auf das Gesamtsystem des Landmanagements in sämtlichen Vertragsstaaten haben. Konsequenzen sind vor allem durch die Einführung materieller Investitionsstandards, durch wettbewerbliche und vergaberechtliche Investorensonderbehandlungen und Standardisierungen zu befürchten. Sobald eine staatliche Planungs- oder Bodenordnungsentscheidung zur Beeinträchtigung eines Investoreninteresses führt und sich diese Sonderrechte ausdrücklich aus den Vertragsbedingungen herleiten lassen, ist die Geltendmachung vor Schiedsgerichten möglich. Investitionsrecht und Landmanagement stehen daher in einem höchst interessanten Spannungsverhältnis zwischen vertraglich zugesicherten Investorenrechten, grundgesetzlich geschützten Rechtsgütern, dem Allgemeinwohl und politischen Entscheidungsspielräumen zur Ausgestaltung der gebauten Umwelt.

Zusammenfassung: 

The topic »investment law and land(management)« is the blind spot in the controversial current discussion on major projects such as the EU free trade agreements with Canada (CETA), but also those with Vietnam and Singapore, which are currently in negotiations. CETA also concerns the transfer of national sovereign rights to the committee to be established. Land, raw materials and infrastructure investments as immovable assets have always been the focus of investment interest, but curiously enough, they have not yet been adequately valued with regard to currently discussed and negotiated free trade agreements. CETA could have a direct and indirect impact on the real estate and land markets, on the built environment, on procurement procedures, and thus on the overall land management system in all CETA contracting States. Consequences are to be feared above all through the introduction of investment standards, through competitive and procurement-specific investor special treatments and standardization. Once a governmental planning or zoning decision results in the impairment of an investor’s interest and these special rights can be derived explicitly from the terms of the contract, the assertion before arbitration courts is possible and promising. Investment law and land management is therefore in a highly interesting conflict between contractually guaranteed investor rights, constitutionally protected legal interests, the common good and political decision-making scope for the design of the built environment.

PDF upload: 
Schlüsselworte: 
Schlüsselworte: 
Schlüsselworte: 
Schlüsselworte: 
Schlüsselworte: 
Schlüsselworte: 
Schlüsselworte: 
Schlüsselworte: 
Schlüsselworte: 
DOI: 
10.12902/zfv-0198-2018