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Eine frühe Lotabweichungsbestimmung auf dem Brocken

Dieser Beitrag ist in der zfv 3/2016 erschienen.

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Zusammenfassung: 

Wir erinnern kurz an die Geschichte des Begriffs und der Messung von Lotabweichungen. Dafür benutzen wir einen zeitgenössischen Bericht von Georg Christoph Lichtenberg, der u.a. die französische Expedition in die Anden (1735–1744) und die Resultate von Nevil Maskelyne in Schottland (1774) behandelt. Der hauptsächliche Gegenstand unserer Arbeit besteht in der Untersuchung einer frühen – möglicherweise der ersten – Lotabweichungsbestimmung im kontinentalen Europa.
Gauß vermutete 1823, dass ein Unterschied von 10″ der astronomischen Breite des Brockens von Zach 1803 und der von ihm gefundenen geodätischen Breite durch die Lotabweichung des nach Norden abfallenden Gebirgsmassivs verursacht sein könnte. Wir haben diese Vermutung anhand von späteren astro-geodätischen Messungen geprüft und die Lotabweichung in der angegebenen Größe bestätigt.

Summary: 

We recall briefly the early history of the notion and the measurement of vertical deflections. For this purpose we also use the contemporary report of Georg Christoph Lichtenberg, covering the efforts of the French expedition into the Andes (1735–1744) and the results of Nevil Maskelyne in Scotland (1774). The main topic of the present paper is the investigation of an early determination of the vertical deflection in continental Europe – probably the first there. When Gauß obtained a geodetic latitude of the Mt. Brocken (Hercynia) within his triangulation in 1823, he recognized a difference of 10″ to Zach’s value of the astronomical latitude (1803). He thought that a deflection of the vertical was causing it. We proved that conjecture with help of later astronomic-geodetic measurements and confirmed the vertical deflection nearly exact within the supposed value.

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DOI: 
10.12902/zfv-0107-2016