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The Status of Topographic Mapping in the World – A UNGGIM-ISPRS Project 2012–2015

Dieser Beitrag ist in der zfv 1/2016 erschienen.

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Zusammenfassung: 

Von 1964 bis 2009 organisierte das ECOSOC-Sekretariat der Vereinten Nationen in New York regionale kartographische Konferenzen, die es den Mitgliedsländern der UN ermöglichten, die globalen Vermessungsaufgaben zu diskutieren und Empfehlungen in Resolutionen zu verfassen. Die Bundesrepublik Deutschland hat an diesen Konferenzen regelmäßig teilgenommen. Seit 1980 lag die Delegationsleitung beim seinerzeitigen IFAG und dem jetzigen BKG. Seit 2009 hat UNGGIM (United Nations Global Geospatial Information Management) die Aufgaben des ECOSOC übernommen und organisiert seitdem die UNGGIM-Konferenzen.
Im Dezember 2011 nahm das UNGGIM-Sekretariat das Angebot der Internationalen Gesellschaft für Photogrammetrie und Fernerkundung an, ein vom UN-Sekretariat von 1964 bis 1986 durchgeführtes Projekt über den Erfassungsstand der globalen topographischen Kartenbedeckung in den verschiedenen Maßstabsbereichen gemeinsam fortzusetzen. Das neue Projekt wurde zwischen 2012 und 2015 federführend vom Institut für Photogrammetrie und Geoinformation in Hannover durchgeführt. Dem UNGGIM-Sekretariat wurde ein 64-seitiger Schlussbericht zur digitalen Speicherung per Internet in der UNGGIM-“Knowledge Base” übergeben. Der hier verfasste Artikel ist eine Kurzfassung der Ergebnisse.
Im Januar 2012 wurde ein Fragebogen erstellt und über das UNGGIM-Sekretariat an die Regierungen der 193 UN-Mitgliedsländer verschickt. Der Fragebogen enthielt 27 Fragen, zunächst zwei über die Bedeckung des Landes durch topographische Karten in verschiedenen Maßstabsbereichen 1:25000, 1:50000, 1:100000 und 1:250000 sowie deren Aktualität. Die restlichen 25 Fragen dienten der Beurteilung der geodätisch-kartographischen Infrastruktur des Landes. Für die Analyse der Fragen wurde ein interaktiver Viewer programmiert.
Die globale Geodatenbedeckung hat sich zwischen 1986 und 2012 von 18 % auf 30 % im Maßstabsbereich 1:25000 erhöht und von 49 % auf 75 % im Maßstabsbereich 1:50000. Allerdings besteht noch, nach wie vor, ein Aktualisierungsdefizit, denn das Alter der Karten liegt zumeist zwischen 10 und 30 Jahren.
Die Privatindustrie ist mit Google, Microsoft und den Navigationssystemanbietern schneller in der Aktualisierung der für sie relevanten Daten als die autoritativen Kartenhersteller. Für kritische weltweite Aufgaben hat sich das militärisch organisierte MGCP-Projekt bereit erklärt, 1:50000 Daten kurzfristig herzustellen. Daneben gibt es die öffentliche Initiative von OpenStreetMap, eine möglichst aktuelle Kartengrundlage durch Crowd Sourcing zu erstellen. ISPRS hat eine Arbeitsgruppe eingerichtet, die anstrebt, das Projekt in längerfristiger Kooperation weiterzuführen.

Zusammenfassung: 

In December 2011, UNGGIM initiated a cooperative project with ISPRS to resume the former UN Secretariat studies on the status of topographic mapping in the world, conducted between 1968 and 1986. After the design of a questionnaire with 27 questions, the UNGGIM Secretariat sent the questionnaires to the UN member states. 115 replies were received from the 193 member states and regions thereof. Regarding the global data coverage and age, the UN questionnaire survey was supplemented by data from the Eastview database. For each of the 27 questions, an interactive viewer was programmed permitting the analysis of the results. The authoritative data coverage at the various scale ranges has greatly increased between 1986 and 2012. Now, a 30 % 1:25,000 map data coverage and a 75 % 1:50,000 map data coverage has been completed. Nevertheless, there is still an updating problem, as data for some countries is 10 to 30 years old. Private Industry, with Google, Microsoft and Navigation system providers, have undertaken huge efforts to supplement authoritative mapping. For critical areas on the globe, MGCP committed to military mapping at 1:50,000. ISPRS has decided to make such surveys a sustainable issue by establishing a working group.

Schlüsselworte: 
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DOI: 
10.12902/zfv-0093-2015