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Stand der Grundstückszusammenlegung und Perspektiven für eine Landentwicklung in der Republik Polen

Dieser Beitrag ist in der zfv 3/2014 erschienen.

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Zusammenfassung: 

Die Grundstückszusammenlegung in der Republik Polen hat eine lange Tradition. Erste Verfahren wurden schon vor dem Ersten Weltkrieg durchgeführt. Für diese frühen Verfahren galt in Abhängigkeit von der regional unterschiedlichen staatlichen Zugehörigkeit deutsches, österreichisches oder russisches Recht. Gleich nach Erlangen der polnischen Souveränität zum Ende des Ersten Weltkrieges wurden durch eine Verordnung des sogenannten Regenzionsrates »Landwirtschaftsbehörden« gegründet, zu deren Aufgaben u. a. die Durchführung von Grundstückszusammenlegungen gehörte. Das erste Gesetz, das für das gesamte polnische Staatsgebiet eine einheitliche Grundlage für die Durchführung von Grundstückszusammenlegungen schuf, wurde am 31. Juli 1923 beschlossen. Zurzeit werden die Bodenordnungsverfahren im landwirtschaftlichen Produktionsraum aufgrund des Gesetzes aus dem Jahr 1982 durchgeführt. Im Wesentlichen beschränkt sich die Zusammenlegungstätigkeit trotz einiger Gesetzesanpassungen nach wie vor überwiegend auf agrarische bzw. betriebswirtschaftliche Ziele. In der Vergangenheit behinderten eng begrenzte Zuständigkeiten und geringe finanzielle Mittel für Folgeinvestitionen eine Erweiterung der Verfahren auf moderne Zielvorgaben zur nachhaltigen Entwicklung des ländlichen Raums. Durch den Beitritt Polens zur EU und der Teilhabe an den europäischen Programmen zur Förderung des ländlichen Raums drängen Agrarwissenschaftler und Fachbehörden – und zunehmend auch Politiker – auf eine grundsätzliche Gesetzesänderung.

Summary: 

Land consolidation has a long tradition within the Republic of Poland. First activities are to observe in advance of the First World War. In these land consolidation activities, a regionally different (German, Austrian or Russian) legal base was applied, depending of the regionally belonging. After the Polish sovereignty at the end of the First World War, Agricultural Agencies are established by Decret of the so called »Regenzionsrat«; these agencies had, besides other tasks, land consolidation projects to implement. The first law, that regulated a uniform base for the whole Polish territory to implementing a re-allotment of plots, was adopted at July 31, 1923. Actually, land consolidation projects are implemented on base of the Law of the year 1982. The re-allotment activities are still mainly focused on agricultural as well as economic agrarian goals. Pretty restricted responsibilities and low financial means to investments into the infrastructure hindered an adjustment of the procedures to modern land consolidation approaches regarding a sustainable development of rural spaces. Due to the accession of Republic of Poland to the EU and its participation in the European Programs to Promoting Rural Areas, scientists and administrative experts – and politicians with increasing trend – press for a fundamental change of the given Land Consolidation Law.

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DOI: 
10.12902/zfv-0024-2014