Startseite | zfv | Temperaturabhängigkeit der Kreiselmessungen mit einem GYROMAT 2000

Temperaturabhängigkeit der Kreiselmessungen mit einem GYROMAT 2000

Dieser Beitrag ist in der zfv 4/2004 erschienen.

Zusammenfassung / Summary / kostenfreier PDF-Download
Zusammenfassung: 

Die geforderte Genauigkeit für die Absteckung von langen Tunneln ist nur durch den Einsatz von Vermessungskreiseln erreichbar. Der derzeit genaueste Kreisel ist der vollautomatisierte DMT GYROMAT 2000. Unsere Untersuchungen und die Ergebnisse anderer Labors zeigen, dass die Genauigkeit der gemessenen Azimute durch nicht kompensierte Temperatureffekte beeinträchtigt wird. Dies ist vor allem bei großen Tunnelprojekten mit Temperaturunterschieden von bis zu 50 °C zwischen Oberfläche und Tunnel kritisch.
Wir berichten über die Ergebnisse von Systemkalibrierungen eines GYROMAT 2000 im Temperaturbereich von –10 °C bis +40 °C. Anhand von mehrtägigen Zyklen von Azimutmessungen zeigen wir, dass mit einer um einen hyperbolischen Ansatz erweiterten linearen Korrekturfunktion Azimutmessungen mit einer Standardabweichung von 0.77 mgon auch bei extremen Temperaturunterschieden von 50 °C möglich sind.

Zusammenfassung: 

Precise azimuth measurements using gyroscopes have become indispensable for large tunneling projects. Currently, the most accurate gyroscope is the fully automatic DMT GYROMAT 2000. Our investigations and the work of other laboratories show that the accuracy of the measurements is affected by uncompensated temperature effects. This is a critical issue, especially for large tunneling projects with temperature differences up to 50 °C between the surface and the tunnel.
We report the results of system calibrations of a GYROMAT 2000 in the temperature range between –10 °C and +40 °C. With data from two cycles of azimuth measurements we show that a linear correction function extended with a hyperbolic term yields azimuth measurements with a standard deviation of 0.77 mgon even for the extreme temperature variation of 50 °C.