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Schattenmessung mit dem Gnomon

Dieser Beitrag ist in der zfv 4/2005 erschienen.

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Zusammenfassung: 

Der »Sonnenzeiger«, der Gnomon, so sein griechischer Name, gilt als das älteste und einfachste astronomisch-geodätische Messgerät. Doch ist dieses antike Messinstrument in der Fachliteratur kaum beachtet worden, obwohl es für die Entwicklung der Naturwissenschaften eine wichtige Rolle spielte. Im Altertum verwendeten Babylonier und Ägypter den Schattenstab zur Bestimmung der Sonnenwenden und Tagundnachtgleichen sowie als Sonnenuhr. Bereits in frühgeschichtlicher Zeit wurde beobachtet, dass ein senkrecht eingesetzter Stab im Tagesverlauf unterschiedliche Schatten wirft. Für die Absteckung von Bauwerken war das Verfahren mit dem »Indischen Kreis« von Bedeutung. Im europäischen Mittelalter erscheint das Gnomon-Prinzip auf den damals gebräuchlichen Messgeräten als Schattenquadrat.

Summary: 

The so-called »sun style«, for which the Greek name is Gnomon (»one who knows«), is one of the oldest and simplest astrogeodetic instruments. But this ancient observation instrument has hardly ever been considered in technical literature, although it played a big role in the development of natural sciences. In ancient times, Babylonians and Egyptians used the shadow rod not only to determine the solstices and equinoxes, but also as sundial. Even in early times it was noticed that a simple vertical stick throws shadows of different lengths over the course of the day. The technique of the »Indian circle« was of great importance for pegging out building plots. In the European medieval times, the Gnomon principle appeared as a shadow-square on the observation instruments of that time.

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